Besuch aus dem Kongo 2003

Besuch aus dem Kongo 2006


Infos über die
Demokratische Republik Kongo


Fläche: 2344885 km² (ca. sechseinhalbmal so groß wie Deutschland)
Einwohner: ca. 49 Millionen (1998 geschätzt) (BRD 80 Millionen)
Durch. Lebenserwartung: 49 Jahre (BRD 78 Jahre)
Wachstumsrate: ca.3%, das bedeutet eine Verdopplung der Bevölkerung in etwa 23 Jahren.


Sprache:

Insgesamt werden in der "Demokratischen" Republik Kongo über 200 verschiedene Sprachen gesprochen. Offizielle Amtssprache des Landes ist Französisch, aber nur etwa zehn Prozent der gesamten Bevölkerung beherrschen diese Sprache. Rundfunk- und Fernsehübertragungen und der Unterricht in den Grundschulen erfolgen in einer der vier offiziell anerkannten landesweit verbreiteten Sprachen, die alle zu den Bantusprachen gehören. Diese vier Sprachen sind Lingala (vor allem in Kinshasa und im Westen des Landes weit verbreitet, unsere Gäste sprechen Lingala), Kikongo (in den westlichen und südwestlichen Regionen), Tshiluba (in Zentrum und im Süden des Landes) und Swahili (im Osten). Die meisten Menschen beherrschen eine dieser Sprachen als Fremd- oder Muttersprache.


Religion:

Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind römisch-katholische Christen. Ein Fünftel der Gesamtbevölkerung ist protestantisch. Unsere Gäste gehören zur Gruppe der Protestantischen Kirchen.Sie befanden sich in Deutschland auf Einladung der VEM zur Vertiefung der freundschaftlichen,partnerschaftlichen Beziehungen.

Von unseren Besuchern erfuhren wir auch etwas über das tägliche Leben:

Grundnahrungsmittel sind Maniok, Reis, Kartoffeln, Fisch, Erdnüsse und viele verschiedene Gemüse- und Obstsorten. Einheimische Obstsorten sind Mangos, Orangen, Papayas und Kokosnüsse. Wer sich selbst versorgen kann, hat es gut. Geld zum Einkaufen hat kaum jemand. Gehälter- auch der Lehrer - werden oft monatelang nicht bezahlt. Lehrer und Schulkinder müssen oft der Schule fernbleiben, um sich mit den lebensnotwendigen Nahrungsmitteln zu versorgen.
Fußball ist die beliebteste Sportart des Landes. Auch Musik spielt eine große Rolle im Leben der Menschen.


Geschichte:

Im Jahr 1959 erlangte die Kolonie Belgisch-Kongo die Unabhängigkeit von Belgien, das seit 1884 das Land regierte. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit wurde die politische Stabilität wiederholt bis 1965 durch Rebellionen und Militär gefährdet. Dann ergriff Joseph Mobutu, der Oberbefehlshaber über die Streitkräfte des Landes, die Macht. Im Jahr 1971 begann er mit seiner Afrikanisierungskampagne und benannte das Land in Republik Zaire um. Dieser Name ist eine Variante einer afrikanischen Bezeichnung für den Fluss Kongo. Er selbst nahm den Namen Mobutu Sese-Seko an und ordnete an, dass alle Orts- und Eigennamen afrikanisiert werden sollten. Die Bevölkerung von Zaire wurde aufgefordert, sich bei der Gestaltung der Zukunft der jungen Nation auf die eigenen Wurzeln und Traditionen zu besinnen.
Mobutu war ein Diktator und beutete sein Land skrupellos aus.
Ab 1994 begannen, aufgrund der andauernden Machtkämpfe, die meisten Ausländer das Land zu verlassen. In weiten Teilen des Landes waren Unruhen ausgebrochen und Nahrungsmitteltransporte in entlegene Regionen wurden geplündert oder eingestellt. Seitdem ist das Land kaum mehr zur Ruhe gekommen.
1994 strömten - aufgrund ethnischer Verfolgungen - zahlreiche Flüchtlinge aus Ruanda in das Land. Über eine Million rwandische Menschen lebten in Lagern entlang der gemeinsamen Grenze der beiden Länder. Dann begann die Regierung von Zaire im August 1995 Flüchtlinge mit Gewalt aus den Lagern ausweisen. In der zweiten Hälfte des Jahres 1996 sahen sich mehrere Hunderttausend Hutu-Flüchtlinge im Osten des Landes zur Rückkehr nach Ruanda gezwungen, nachdem sie vermehrt zur Zielscheibe von Angriffen zairischer Rebellen geworden waren. Einige in der Demokratischen Republik Kongo verbliebene Hutu-Extremisten verübten Anschläge über die Grenze auf Rwanda.Die Rebellion im Osten der Republik wurde von Laurent-Desiré Kabila angeführt und hatte im September 1996 den Ausbruch eines Bürgerkriegs zur Folge. Die Rebellen, die das Ziel hatten, das Regime von Mobutu zu stürzen, kontrollierten die östlichen Landesteile erfolgreich und konnten im Frühjahr 1997, ohne auf Widerstand zu treffen, bis in die zentralen und südlichen Regionen vordringen. Mobutu musste im Mai 1997 die Macht abtreten und starb im September in Marokko.
Die Hoffnung richtete sich auf seinen Nachfolger Kabila, doch der war um keinen Deut besser als sein Vorgänger. Das hatte schon Che Guevara erkannt, der einige Zeit mit Kabila zusammenkämpfte. Kabila änderte den Namen des Landes wieder zurück in Demokratische Republik Kongo. Doch von Demokratie keine Spur. Auch bemühte er sich überhaupt nicht um Frieden und die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung. Das änderte sich nicht wirklich, als sein Sohn nach seiner Ermordung im Januar 2001 die Macht übernommen hatte.

Nichtsdestotrotz  gibt es einen Grund zur Hoffnung: Eliki Bonanga, inzwischen  Kirchenpräsident der Jüngerkirche Kongo, war zu Besuch in Dortmund:

Bonanga berichtete von einer leicht positiven Entwicklung in der Äquatorregion: Im Augenblick  herrsche Frieden , auch würden jetzt Gehälter bezahlt (z.B. Lehrer je nach Schultyp 5 bis 10 $ im Monat !!), aber die gesamte Infrastruktur – Straßen, Schiffsverkehr, Strom, Wasser, Gesundheitswesen – sei durch jahrzehnte lange Ausbeutung, Misswirtschaft und durch den Krieg in desolatem Zustand. Die meisten Menschen lebten von dem, was sie ernten  bzw. tauschen könnten.

Bonanga erzählte auch von den Problemen, die weitverstreuten Urwaldschulen mit dem notwendigsten Material zu versorgen. Die Klasse 7a May/Monegel  beschloss daraufhin spontan durch eine Kuchenverkaufsaktion den Betrag für die Kreide zu verdienen. Das ist wunderbar gelungen. Herzlichen Dank!

Jutta May November 2004

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