| Fläche: | 2344885 km² (ca. sechseinhalbmal so groß wie Deutschland) |
| Einwohner: | ca. 49 Millionen (1998 geschätzt) (BRD 80 Millionen) |
| Durch. Lebenserwartung: | 49 Jahre (BRD 78 Jahre) |
| Wachstumsrate: | ca.3%, das bedeutet eine Verdopplung der Bevölkerung in etwa 23 Jahren. |
Insgesamt werden in der "Demokratischen"
Republik Kongo über 200 verschiedene Sprachen gesprochen. Offizielle
Amtssprache des Landes ist Französisch, aber nur etwa zehn Prozent der
gesamten Bevölkerung beherrschen diese Sprache. Rundfunk- und Fernsehübertragungen
und der Unterricht in den Grundschulen erfolgen in einer der vier offiziell
anerkannten landesweit verbreiteten Sprachen, die alle zu den Bantusprachen
gehören. Diese vier Sprachen sind Lingala (vor allem in Kinshasa und im
Westen des Landes weit verbreitet, unsere Gäste sprechen Lingala), Kikongo
(in den westlichen und südwestlichen Regionen), Tshiluba (in Zentrum und
im Süden des Landes) und Swahili (im Osten). Die meisten Menschen beherrschen
eine dieser Sprachen als Fremd- oder Muttersprache.
Religion:
Etwa die Hälfte der Bevölkerung
sind römisch-katholische Christen. Ein Fünftel der Gesamtbevölkerung
ist protestantisch. Unsere Gäste gehören zur Gruppe der Protestantischen
Kirchen.Sie befanden sich in Deutschland auf Einladung der VEM zur Vertiefung
der freundschaftlichen,partnerschaftlichen Beziehungen.
Von unseren Besuchern erfuhren wir auch etwas über das tägliche
Leben:
Grundnahrungsmittel sind Maniok,
Reis, Kartoffeln, Fisch, Erdnüsse und viele verschiedene Gemüse- und
Obstsorten. Einheimische Obstsorten sind Mangos, Orangen, Papayas und Kokosnüsse.
Wer sich selbst versorgen kann, hat es gut. Geld zum Einkaufen hat kaum jemand.
Gehälter- auch der Lehrer - werden oft monatelang nicht bezahlt. Lehrer
und Schulkinder müssen oft der Schule fernbleiben, um sich mit den lebensnotwendigen
Nahrungsmitteln zu versorgen.
Fußball ist die beliebteste Sportart des Landes. Auch Musik spielt eine
große Rolle im Leben der Menschen.
Geschichte:
Im Jahr 1959 erlangte die Kolonie
Belgisch-Kongo die Unabhängigkeit von Belgien, das seit 1884 das Land regierte.
Nach der Erlangung der Unabhängigkeit wurde die politische Stabilität
wiederholt bis 1965 durch Rebellionen und Militär gefährdet. Dann
ergriff Joseph Mobutu, der Oberbefehlshaber über die Streitkräfte
des Landes, die Macht. Im Jahr 1971 begann er mit seiner Afrikanisierungskampagne
und benannte das Land in Republik Zaire um. Dieser Name ist eine Variante einer
afrikanischen Bezeichnung für den Fluss Kongo. Er selbst nahm den Namen
Mobutu Sese-Seko an und ordnete an, dass alle Orts- und Eigennamen afrikanisiert
werden sollten. Die Bevölkerung von Zaire wurde aufgefordert, sich bei
der Gestaltung der Zukunft der jungen Nation auf die eigenen Wurzeln und Traditionen
zu besinnen.
Mobutu war ein Diktator und beutete sein Land skrupellos aus.
Ab 1994 begannen, aufgrund der andauernden Machtkämpfe, die meisten Ausländer
das Land zu verlassen. In weiten Teilen des Landes waren Unruhen ausgebrochen
und Nahrungsmitteltransporte in entlegene Regionen wurden geplündert oder
eingestellt. Seitdem ist das Land kaum mehr zur Ruhe gekommen.
1994 strömten - aufgrund ethnischer Verfolgungen - zahlreiche Flüchtlinge
aus Ruanda in das Land. Über eine Million rwandische Menschen lebten in
Lagern entlang der gemeinsamen Grenze der beiden Länder. Dann begann die
Regierung von Zaire im August 1995 Flüchtlinge mit Gewalt aus den Lagern
ausweisen. In der zweiten Hälfte des Jahres 1996 sahen sich mehrere Hunderttausend
Hutu-Flüchtlinge im Osten des Landes zur Rückkehr nach Ruanda gezwungen,
nachdem sie vermehrt zur Zielscheibe von Angriffen zairischer Rebellen geworden
waren. Einige in der Demokratischen Republik Kongo verbliebene Hutu-Extremisten
verübten Anschläge über die Grenze auf Rwanda.Die Rebellion im
Osten der Republik wurde von Laurent-Desiré Kabila angeführt und
hatte im September 1996 den Ausbruch eines Bürgerkriegs zur Folge. Die
Rebellen, die das Ziel hatten, das Regime von Mobutu zu stürzen, kontrollierten
die östlichen Landesteile erfolgreich und konnten im Frühjahr 1997,
ohne auf Widerstand zu treffen, bis in die zentralen und südlichen Regionen
vordringen. Mobutu musste im Mai 1997 die Macht abtreten und starb im September
in Marokko.
Die Hoffnung richtete sich auf seinen Nachfolger Kabila, doch der war um keinen
Deut besser als sein Vorgänger. Das hatte schon Che Guevara erkannt, der
einige Zeit mit Kabila zusammenkämpfte. Kabila änderte den Namen des
Landes wieder zurück in Demokratische Republik Kongo. Doch von Demokratie
keine Spur. Auch bemühte er sich überhaupt nicht um Frieden und die
Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung. Das änderte sich
nicht wirklich, als sein Sohn nach seiner Ermordung im Januar 2001 die Macht
übernommen hatte.
Nichtsdestotrotz gibt es einen Grund zur Hoffnung: Eliki Bonanga, inzwischen Kirchenpräsident der Jüngerkirche Kongo, war zu Besuch in Dortmund:
Bonanga berichtete
von einer leicht positiven Entwicklung in der Äquatorregion: Im Augenblick herrsche Frieden , auch würden jetzt Gehälter bezahlt (z.B.
Lehrer je nach Schultyp 5 bis 10 $ im Monat !!), aber die gesamte Infrastruktur
– Straßen, Schiffsverkehr, Strom, Wasser, Gesundheitswesen – sei durch jahrzehnte
lange Ausbeutung, Misswirtschaft und durch den Krieg in desolatem Zustand. Die
meisten Menschen lebten von dem, was sie ernten bzw. tauschen könnten.
Bonanga erzählte auch von den Problemen, die weitverstreuten Urwaldschulen mit dem notwendigsten Material zu versorgen. Die Klasse 7a May/Monegel beschloss daraufhin spontan durch eine Kuchenverkaufsaktion den Betrag für die Kreide zu verdienen. Das ist wunderbar gelungen. Herzlichen Dank!
Jutta May November 2004